Abgeltungssteuer für Aktiengewinne: Wer muss zahlen?

Im Jahr 2009 wurde die einstige Kapitalertragssteuer auf Vermögenserträge durch die Abgeltungssteuer ersetzt. Mit dieser neuen Versteuerung sollte eine Vereinfachung der Vermögensertrags-Besteuerung erreicht werden. Festgelegt ist seitdem eine geltende Steuer von 25 % für Kapitalerträge.

Mit den Abgaben für den Solidaritätszuschlag und für die Kirchensteuer, für Angehörige einer Steuer erhebenden Kirche, beläuft sich die gesamte Besteuerung von Kapitalerträgen auf 28 %. Ausnahmen, wie Aktien während der Haltezeit und ähnliche Einschränkungen der Besteuerung wurden damit gänzlich aufgehoben. Einzig Kleinsparer werden über einen Freistellungsantrag für den Sparerpauschalbetrag bis zu bestimmten Summen ganz von der Steuer befreit.

Was zählt als Kapitalgewinne?

Als Kapitalgewinne zählen alle Finanzbeträge, die aus bestehendem Vermögen erwirtschaftet werden. Dazu gehören Zinsen für Geldanlagen, sofern nicht unterhalb der Pauschalbeträge, Dividenden, Einkünfte aus weiteren Anlagen, aus Aktienbesitz von einzelnen Aktien und Aktienfonds, Investmentfonds. Sehr genaue Informationen und verständliche, kompakte Aussagen zu allen Vermögensfragen, auch der Abgeltungssteuer und Aktien, können Sie online in einem Wirtschaftslexikon nachlesen.

Dennoch sollten Sie sich, gerade wenn es um Geldanlagen mit Aktien geht, eingehend beraten lassen. Suchen Sie nach Möglichkeit einen unabhängigen Berater auf, der Ihnen keine bestimmten Aktien verkaufen möchte. Nehmen Sie wenn möglich mehrere Beratungen in Anspruch. Lassen Sie sich Zeit mit der Auswahl der Anlage. Informieren Sie sich bereits zuvor im Internet, damit Sie bereits ein wenig Überblick über die einzelnen Fakten verschiedener Anlagen erhalten.

Lohnen sich denn Aktien jetzt noch?

Ein ganz klares Ja. Wenn Sie nicht nur einfach sparen, sondern langfristig Vermögen bilden wollen, kommen Sie an Aktien kaum vorbei. Allerdings sind Aktienfonds und Investmentfonds weniger riskant als einzelne Aktien. In einem Fond gleichen sich bei einer langfristigen Anlage auch eventuelle Einbrüche bestimmter Aktienpakete mit den Gewinnen anderer aus.

Die Besteuerung von höchstens 28 % ist auch nicht von solchem Ausmaß, dass sie jeden Gewinn tilgen würde. Sie können eigentlich beruhigt in gute Aktienfonds investieren. Allerdings sind Anlagen dieser Art nur dann sinnvoll, wenn Sie wirklich sehr langfristig anlegen können und wollen. Bei kurzfristigen Anlagen kann es sein, dass der Negativ-Positiv Ausgleich nicht zum Tragen kommt. Das Prinzip der langfristig gewinnbringenden Anlage bei Aktienfonds existierte allerdings auch vor der Einführung der Abgeltungssteuer.

Bild: panthermedia.net