Nebenkostenabrechnung: So legen Sie Widerspruch ein

In jedem Jahr erhalten Sie als Mieter eine Nebenkostenabrechnung. Oft ärgern Sie sich darüber, dass sie zu hoch ausfällt. Sie müssen nachzahlen. Dies müssen Sie gar nicht. Sie sollten die Nebenkostenabrechnung genau prüfen. Legt Ihr Vermieter der Nebenkostenabrechnung keine Belege für Heizung, Wasser und andere Nebenkosten bei, so haben Sie das Recht auf Akteneinsicht. Der Vermieter muss Ihnen alle Belege, die mit der Nebenkostenabrechnung zusammenhängen, vorlegen.

Ihre Rechte bei zu hohen Nebenkosten

Nun ist es für Sie als Mieter oft schwierig, die Belege genau zu prüfen. Trotzdem können Sie gegen eine zu hohe Nebenkostenabrechnung Widerspruch einlegen. Verlangen Sie Kopien aller Belege. Die regionale Verbraucherzentrale oder der Mieterschutzbund helfen Ihnen bei der Prüfung der Belege. Bei der Verbraucherzentrale erfahren Sie, wo sich in Ihrer Nähe eine Außenstelle des Mieterschutzbundes befindet. Vereinbaren Sie einen Termin und lassen Sie alle Belege genau prüfen.

Als Mieter sollten Sie auf eine Mietrechtsschutzversicherung nicht verzichten, denn sie kann Ihnen bei einer zu hohen Nebenkostenabrechnung helfen. Über den Versicherungsvergleich im Internet können Sie eine günstige Rechtsschutzversicherung finden. Ihre Rechtsschutzversicherung vermittelt Ihnen einen Anwalt, der Sie berät, was Sie im Falle einer zu hohen Nebenkostenabrechnung tun können. Er vertritt Sie vor Gericht, wenn der Vermieter sich weigert, die zu viel gezahlten Kosten an Sie zu erstatten. Die Kosten übernimmt die Rechtsschutzversicherung.

Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung

Auf jeden Fall sollten Sie den Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung schriftlich verfassen. Im Internet erhalten Sie Musterbriefe dafür. Damit Sie auf der sicheren Seite sind, sollten Sie sofort, wenn Sie Ihre Nebenkostenabrechnung erhalten, mit der Prüfung der Belege beginnen. Innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung sollten Sie einen Anwalt aufsuchen oder sich beim Mieterschutzbund beraten lassen. Sie sollten Ihren Vermieter bereits nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung darauf hinweisen, dass Sie Widerspruch einlegen wollen, denn so können keine Fristen verstreichen.

Viele Vermieter legen die Kosten für leerstehende Wohnungen auf die Nebenkostenabrechnung um. Dies dürfen die Vermieter jedoch auf gar keinen Fall. Sollte dies erfolgt sein, kann Ihr Rechtsanwalt eine Prüfung vornehmen. Die Formulierung „Sonstige Kosten“ ist sehr schwammig. Erscheinen Ihnen die sonstigen Kosten zu hoch, sollten Sie auf jeden Fall Widerspruch einlegen. Lassen Sie sich alle Belege zeigen, die in den sonstigen Kosten abgerechnet werden.

Bild: panthermedia.net Marc Dietrich